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"Vergesst
Kluivert, Maldini und selbst Beckham“, schrieb die englische
Zeitung The Sun und erklärte Schiedsrichter Pierluigi Collina
zum Star der Fußball-Europameisterschaft 2000. Sein Ruf ist
legendär. Manndecker respektieren ihn, und Frauen geraten in
Verzückung, wenn er Rot zeigt.
Schiedsrichter
werden meist als notwendiges Übel betrachtet. Sie werden verachtet,
beschimpft und taugen immer zum Sündenbock, wenn eine Mannschaft
es wieder einmal versäumt hat, das gegnerische Tor zu treffen.
Der italienische Schiedsrichter Pierluigi Collina hat es in
den letzten Jahren geschafft, dieses Image grundsätzlich in
Frage zu stellen. Seit er 1995 auf die Liste der internationalen
Schiedsrichter rückte, gilt er als unumstrittener Star seiner
Gilde, dessen Souveränität und Konsequenz auch Fußball-Laien
begeistert. Fünfmal bereits wurde Collina zum Welt-Schiedsrichter
des Jahres gewählt.
Sein Buch
„Meine Regeln des Spiels“ erzählt von seinen Anfängen als 17-Jähriger
und natürlich von den Höhepunkten seiner einzigartigen Karriere:
vom Champions-League-Finale 1999 zum Beispiel, das für Bayern
München zum Fiasko wurde, und vom WM-Endspiel 2002, in dem Oliver
Kahns tragischer Fehlgriff Brasilien auf die Siegerstraße brachte.
In klarer Diktion beschreibt Collina, was für ihn das Amt des
Unparteiischen bedeutet und welche physischen und psychischen
Voraussetzungen erforderlich sind, um sich im kommerzbestimmten
internationalen Fußballgeschehen zu behaupten. Und erstmals
gibt der weltgewandte Referee Einblick in sein Privatleben.
„Ich hasse
Schiedsrichter, ich könnte sie manchmal sogar umbringen“, gab
Alt-Trainer Udo Lattek einst zu Protokoll. Pierluigi Collinas
Buch sollte auch für ihn zur Pflichtlektüre werden.
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